Strahlfäule – wie du sie verhinderst, erkennst und richtig behandelst

Inhaltsverzeichnis

Strahlfäule zählt zu den häufigsten Hufproblemen im Winter. Wie du Strahlfäule verhinderst, frühzeitig erkennst und eine Erkrankung richtig behandelst, erkläre ich dir in Folge 25 meines Podcasts. Die wichtigsten Tipps sowie einige Beispielbilder habe ich dir außerdem in diesem Blog-Beitrag zusammengefasst.

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Wie erkennst du Strahlfäule? Typische Symptome

Steigt dir beim Heben des Hufes ein fauler Geruch in die Nase? Dann hat dein Pferd wahrscheinlich Strahlfäule. Bei dieser Huferkrankung dringen Fäulniserreger in den Strahl des Hufes ein und zersetzen diesen.

Neben einem üblen Geruch erkennst du die Krankheit vor allem am Aussehen des Strahls: Dieser ist regelrecht ‚zerfleddert‘ und sieht ‚angefressen‘ aus. In schlimmen Fällen liegt die innere Struktur des Hufes offen, was zu enormen Schmerzen führen kann.

Exkurs: Aufgabe des Strahls

Der Strahl ist ein wichtiger, sogar der wichtigste Bestandteil des Hufmechanismus. Als ‚Stoßdämpfer‘ fängt er die Last der Bewegung beim Auffußen des Hufes ab. Tritt dein Pferd auf, berührt der Strahl den Boden und das elastische Strahlenpolster wird auseinander gedrückt. Der Strahl absorbiert die Last der Bewegung. Beim Abfußen des Hufes kommt der Strahl wieder zurück in seine ursprüngliche Form. Dies fördert die Blutzirkulation in der Hufkapsel und gleicht einer natürlichen Stoßdämpfung.

Ursachen von Strahlfäule

Die Hauptursache von Strahlfäule liegt in Fäulnisbakterien. Diese Bakterien fühlen sich in Mist und verunreinigtem Schlamm pudelwohl und machen es sich von dort aus im Strahl deines Pferdes gemütlich. 

Doch nicht nur unsaubere Paddocks und Ställe können zur Strahlfäule führen, sondern auch eine unpassende Hufbearbeitung.  
Bei Pferden, die im hinteren Bereich sehr eng stehen und/oder Trachtenzwang haben, wird der Strahl so weit zusammengedrückt, dass die mittlere Strahlfurche in den Huf hineingedrückt wird. Die Folge ist oftmals Strahlfäule.

Bekommt dein Pferd zudem zu wenig Bewegung im Alltag, kann dies Strahlfäule begünstigen. Bewegt sich dein Pferd nicht ausreichend, beeinträchtigt dies die Durchblutung des Gewebes. Der Huf produziert weniger Hufhorn. Er wird anfälliger für Bakterien und Krankheiten.

So verhinderst du Strahlfäule

Strahlfäule ist ein ernst zu nehmendes Thema. Um Strahlfäule zu verhindern, ist ein gutes Stallmanagement wichtig:

  • Reinige regelmäßig Stall, Wiese und Paddock. Gutes Abäppeln und frische Einstreu sorgen für trockene Verhältnisse.
  • Um Paddock und Wiese trocken und sauber zu halten, sind entsprechende Befestigungen sinnvoll. 
  • Für Stellen, die schwer sauber zuhalten sind, empfiehlt es sich, effektive Mikroorganismen einzusetzen, die den Boden aufbereiten.


Achte obendrein auf eine gute Hufhygiene, kratze den Huf deines Pferdes regelmäßig aus und kontrolliere dabei den Strahl auf poröse und weiche Stellen. Leidet dein Pferd an Trachtenzwang, solltest du mit deiner/deinem Hufbearbeiter:in über mögliche Änderungen und Maßnahmen sprechen, um den Huf zu optimieren.

Strahlfäule behandeln

Haben sich trotz aller Bemühungen dennoch Bakterien an den Hufen deines Pferdes zu schaffen gemacht und hat dein Pferd Strahlfäule, solltest du diese gut behandeln:

  1. Reinige den Huf gründlich. Bei Bedarf kannst du ihn waschen und gut abtrocknen, bevor du mit der weiteren Behandlung fortfährst.
  2. Trage ein Strahlpflegemittel deiner Wahl, sei es eine Paste oder eine Flüssigkeit auf den Strahl und in die Strahlfurchen auf. Zinksalbe bietet sich zur Behandlung von Strahlfäule ebenfalls an.
  3. Um eine besonders tiefe mittlere Strahlfurche zu behandeln, kannst du mithilfe eines Holzspachtels eine Tamponade in die Strahlfurche einbringen. So kann sich diese weiten. Die Tamponade verhindert weiterhin, dass sich neue Bakterien in die Strahlfurche setzen.

In Kooperation mit der Happie Horse App habe ich auf Instagram ein Reel veröffentlicht, in dem ich dir zeige, wie du Strahlfurche richtig behandelst.

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