HUFGESUNDHEITS BLOG
Hier findest du hilfreiche Artikel rund um die Hufbearbeitung, die Pferdegesundheit und allem, was dazu gehört.
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Lisette ist Vielseitigkeitsreiterin, Journalistin und Podcasterin und sie kommt aus einer Welt, die von meiner auf den ersten Blick ziemlich weit entfernt scheint. Wir haben uns in Schweden im „Mutiversum“ getroffen, sind schnell tief ins Gespräch geraten und haben dabei gemerkt, dass wir in unseren Grundwerten gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Wir beide wollen das Beste für die Pferde. Wir beide hinterfragen, was wir tun. Und wir beide haben festgestellt, dass die eigene Bubble manchmal enger ist, als man denkt.
Du hast dich informiert, jede Menge gelernt, mit deinem Hufprofi gesprochen. Und jetzt machst du die Hufe deines Pferdes zwischen den Intervallen einfach selbst. Eigentlich keine große Sache. Aber dann kommt die Stallkollegin vorbei, schaut dir über die Schulter und sagt: „Na, das macht man doch nicht selbst. Dafür gibt es Profis." Du weißt nicht, was du darauf sagen sollst. Also sagst du gar nichts.
In meiner täglichen Arbeit als Hufpflegerin erlebe ich es immer wieder: Pferdebesitzer:innen schimpfen auf Hufprofis, Hufprofis schimpfen auf Pferdebesitzer:innen und ihre Pferde. Dabei wäre so vieles einfacher, wenn man sich gegenseitig besser verstehen würde. Ich möchte dich deshalb einladen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen: und zwar in alle drei Richtungen.
Meine Kursteilnehmer:innen bearbeiten die Hufe ihrer Pferde oft auf einem Niveau, das nicht hinter dem mancher Profis zurücksteht, ohne jahrelange Ausbildung, ohne bis ins letzte Detail in die Theorie einzusteigen. Das liegt nicht daran, dass Hufprofis schlechte Arbeit leisten. Es liegt eher daran, dass sich das Selbstverständnis dieses Berufsbildes verschieben darf.
Manchmal beginnt eine Geschichte mit einem Schock. Für Ronja war es der September 2023, als ihre Shetlandpony-Stute Pepsi einen Hufreheschub bekam. Gleichzeitig hörte ihre bisherige Hufbearbeiterin auf. Ronja stand vor einem Problem.
Wenn ein Pferd einen Hufreheschub hat, denken die meisten zuerst an Fütterung, Bewegung und Medikamente. Das Hufrehepolster wird dabei oft gar nicht in Betracht gezogen, weil es schlicht nicht bekannt ist. Dabei kann es in der Therapie einen Unterschied machen, der auf Röntgenbildern sichtbar wird.
Nicht jede:r Pferdebesitzer:in möchte die Hufe des eigenen Pferdes selbst bearbeiten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: körperliche Gründe, fehlende Erfahrung, Unsicherheit im Umgang mit Werkzeug oder der Wunsch, diese Verantwortung bewusst abzugeben.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du keinen Einfluss auf die Hufgesundheit deines Pferdes hast. Auch ohne selbst zur Raspel zu greifen, kannst du eine zentrale Rolle übernehmen. In dieser Podcastfolge gehe ich genau darauf ein, welche Rolle du als Pferdebesitzer:in in der Hufgesundheit einnehmen kannst, auch dann, wenn du die Bearbeitung nicht selbst übernimmst.
Wer die Hufe seines Pferdes selbst bearbeitet, macht das aus meiner Sicht manchmal besser als so mancher Profi. Das klingt provokant, hat aber einen nachvollziehbaren Grund: Wer sein Pferd jeden Tag sieht, weiß wie es läuft, kennt seine Geschichte und kann Veränderungen einordnen. Ein Hufprofi sieht das Pferd alle vier bis sechs Wochen und nimmt immer nur den Ist-Zustand wahr.
Ich habe selbst die Hufbearbeitung meiner eigenen Pferde aus der Not heraus gelernt. Der Schmied, der uns betreut hat, wollte das Bearbeitungsintervall nicht verkürzen, obwohl eines meiner Pferde nach jedem Termin fühlig lief und die Hufsituation sich kontinuierlich verschlechterte. Irgendwann habe ich das Thema selbst in die Hand genommen, mit einem Experten vor Ort angefangen, nach und nach Kurse besucht und gelernt. Es gab Hochpunkte und Momente, in denen ich gezweifelt habe, ob ich das wirklich kann. Aber meine Pferde liefen immer besser, die Hufsituation verbesserte sich und sie gehen heute auf Untergründen problemlos, über die sie früher kaum wollten. Bis heute habe ich es keinen einzigen Tag bereut.