Wer die Hufe seines Pferdes selbst bearbeitet, macht das aus meiner Sicht manchmal besser als so mancher Profi. Das klingt provokant, hat aber einen nachvollziehbaren Grund: Wer sein Pferd jeden Tag sieht, weiß wie es läuft, kennt seine Geschichte und kann Veränderungen einordnen. Ein Hufprofi sieht das Pferd alle vier bis sechs Wochen und nimmt immer nur den Ist-Zustand wahr.
Hinzu kommt, dass viele Hufprofis schlicht zu viele Kunden haben, weil die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Wer sich durch den Alltag hetzt, hat weniger Kapazität, auf individuelle Hufsituationen einzugehen, Intervalle anzupassen oder wirklich in eine Korrektur reinzugehen. Das ist die Realität in diesem Berufsfeld.
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Mehr InformationenWarum es in der Hufbearbeitung so viele verschiedene „Wahrheiten“ gibt
Ein weiteres Problem ist der zunehmende Dogmatismus in der Hufbearbeitung. Es gibt inzwischen viele verschiedene Bearbeitungsrichtungen, und viele davon werden als die einzige Wahrheit verkauft. Als Hufprofi lernt man in der Ausbildung eine bestimmte Methode kennen, die einem Sicherheit gibt. Irgendwann kommt dann das Pferd, auf das diese Methode nicht zutrifft, und man muss über den Tellerrand hinausschauen.
Wer als Pferdebesitzerin selbst Grundwissen aufgebaut hat, kann das Urteil eines Profis besser einschätzen. Wenn dir jemand sagt „Das ist eben so, damit musst du leben“, kannst du das entweder einordnen oder hinterfragen. Gibt es andere Stellschrauben, an denen noch gedreht werden könnte? Haltung, Fütterung, Training, Physiotherapie? Diese Zusammenhänge zu kennen, macht dich unabhängiger von einzelnen Expertenmeinungen. Mehr dazu, wie Pferdebesitzer:innen, Hufprofis und Pferde in der Hufbearbeitung besser zusammenfinden, habe ich hier beschrieben
Das optimale Bearbeitungsintervall und warum du es selbst in der Hand haben solltest
Für die meisten Pferde sind Bearbeitungsintervalle von zwei bis vier Wochen im Sommer optimal, weil das Hufwachstum dann deutlich schneller ist. In der Praxis ist das kaum umsetzbar, weil Sammeltermine am Stall und die Arbeitsorganisation des Hufprofis das nicht zulassen. Wer dann ein Sechs- oder Acht-Wochen-Intervall überbrücken muss, hat Pferde, deren Hufe deutlich auswachsen und sich dann schnell wieder verändern müssen.
Gerade bei Korrekturhufen ist das ein echtes Problem. Wenn bei jedem Termin erst der Zustand vom letzten Mal wiederhergestellt werden muss, kommt man nie wirklich in die Korrektur rein. Ich habe in meiner eigenen Arbeit festgestellt, dass Korrekturen deutlich schneller zum Erfolg kommen, wenn Pferdebesitzende zwischen den Terminen selbst zwischenraspeln können und genau wissen, wo die Problemstellen sind.
Hufbearbeitung ist (k)ein Hexenwerk
Die 4 Wochen Raspel-Challenge
Dein Einstieg in die Hufbearbeitung:
Schritt für Schritt, mit konkreten Handgriffen, live begleitet
und in einer Gruppe von PferdebesitzerInnen, die dasselbe durchgehen wie du.
Was du als Pferdebesitzerin wirklich brauchst
Es geht nicht darum, die Hufbearbeitung von heute auf morgen vollständig selbst zu übernehmen. Es geht darum, einen Blick zu entwickeln, Zusammenhänge zu verstehen und die Situation des eigenen Pferdes einschätzen zu können. Denn Hufgesundheit ist kein isoliertes Thema. Sie hängt zusammen mit Haltung, Fütterung, Bewegung und der körperlichen Verfassung des Pferdes insgesamt. Je mehr du davon verstehst, desto besser kannst du für dein Pferd handeln, auch wenn du die Bearbeitung nicht selbst durchführst.
Und wenn du irgendwann doch selbst Hand anlegen möchtest, muss das nicht auf einmal passieren. Zwischenraspeln, den Tragrand in Form halten, die Hufe dokumentieren und Veränderungen erkennen, das sind erste Schritte, die sich gut erlernen lassen und die langfristig einen großen Unterschied machen können. Einen Einstieg dazu findest du in der Raspel-Challenge. In vier Wochen lernst du Schritt für Schritt konkrete Handgriffe, von der Tragrandhöhe über die Zehenlänge bis hin zu hebelnden Seitenwänden, begleitet durch Live-Calls und eine Gruppe von Pferdebesitzer:innen, die denselben Weg gehen, sodass du am Ende weißt, wie du die Hufe deines Pferdes zwischen den Bearbeitungsintervallen unterstützen kannst.





