HUFGESUNDHEITS BLOG

Hier findest du hilfreiche Artikel rund um die Hufbearbeitung, die Pferdegesundheit und allem, was dazu gehört.

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Muss ich eine Hufpflegeausbildung machen um die Hufe meines Pferdes zu bearbeiten? Diese Frage erreichte mich nach einer meiner Podcastfolgen. Die kurze Antwort ist nein. Es gibt keine vorgeschriebene Regel, die das voraussetzt. Die etwas längere Antwort bekommst du in diesem Artikel.
Ein Huf soll gut aussehen. Das klingt vernünftig, greift aber zu kurz. Der Begriff Hufbalance taucht in Gesprächen über Hufgesundheit regelmäßig auf. Häufig wird er mit Symmetrie gleichgesetzt, mit bestimmten Winkeln, gleich langen Wänden, einer möglichst gleichmäßigen Form.
In vielen Regionen Deutschlands ist es enorm schwierig, einen Hufprofi zu finden, weil es zu wenige gibt. Wer vor Ort jemanden findet, stellt manchmal fest, dass die Chemie nicht stimmt oder dass der Hufprofi bereits ausgebucht ist. Und wer einen guten gefunden hat, erlebt irgendwann, dass dieser ausfällt, krank wird oder, wie in meinem Fall, in eine Babypause geht.
Der Einstieg in die Hufbearbeitung beim Jungpferd legt den Grundstein für alles, was danach kommt. Ein Pferd, das früh lernt, dass Hufbearbeitung kein Grund zur Aufregung ist, wird diese Ruhe ein Leben lang mitbringen. Und umgekehrt: Schlechte erste Erfahrungen hinterlassen Spuren, die sich oft erst Monate oder Jahre später zeigen, wenn plötzlich kein Hufprofi mehr an das Pferd rankommt.
Wenn du überlegst, dein Pferd vom Beschlag auf Barhuf umzustellen, braucht diese Entscheidung einen genauen Blick auf den Zustand der Hufe, die Vorgeschichte des Pferdes und eine ehrliche Einschätzung, was der Umstellungsprozess bedeutet. Denn es gibt sowohl Risiken als auch echte Chancen - und aus meiner Sicht überwiegen die Chancen, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Manchmal hilft kein weiterer Versuch mit einem neuen Hufprofi, kein härteres Durchsetzen, kein erneutes Training. Manchmal braucht es einen anderen Ansatz. Lisa hatte genau das erlebt: Ihr Pferd Maya eskalierte bei der Hufbearbeitung immer wieder, Termine mussten abgebrochen werden, mehrere Hufprofis kamen nicht mit ihr zurecht. Der letzte schlug vor, Maya zukünftig nur noch sediert zu bearbeiten. Das wollte Lisa nicht akzeptieren und deshalb suchte sie nach einer anderen Lösung.
2019 hatte mein Pferd Mio einen schweren Weideunfall. Was folgte, war eine lange Stehpause und eine Zeit, die mich nicht nur praktisch, sondern vor allem innerlich gefordert hat. Ich merkte irgendwann, dass sich meine Komfortzone deutlich verkleinert hatte, ohne dass ich es zuvor bewusst wahrgenommen hatte.
Tina Pipilotta Meier ist jemand, der Entscheidungen trifft und sie dann mit allen Konsequenzen lebt. Sie ist aus dem von ihr gegründeten und gut laufenden Unternehmen ausgestiegen, nach Schweden ausgewandert, allein erziehend und hat mit Equipreneur noch mal neu angefangen. Für viele klingt das nach Mut. Für Tina ist es einfach das, was sich stimmig angefühlt hat.
Konflikte gehören zum Stallalltag dazu. Ich erlebe sie regelmäßig, wenn ich an Ställe komme und mitten in eine gerade ausgetragene Auseinandersetzung gerate, oder wenn mir Pferdebesitzer:innen aufgebracht von einer Situation berichten. Und ich kenne sie auch aus meiner eigenen Arbeit, wenn meine Hufbearbeitung hinterfragt wird oder ich mit Vorwürfen konfrontiert werde, die ein Tierarzt oder Physiotherapeut geäußert hat. Dann stellt sich für mich dieselbe Frage wie für alle Beteiligten: Wie bleibe ich sachlich, ohne das Gespräch zu verlieren?