Wie Lisa und Maya mit der Trust Technique die Hufbearbeitung wieder entspannt erlebt haben

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Manchmal hilft kein weiterer Versuch mit einem neuen Hufprofi, kein härteres Durchsetzen, kein erneutes Training. Manchmal braucht es einen anderen Ansatz. Lisa hatte genau das erlebt: Ihr Pferd Maya eskalierte bei der Hufbearbeitung immer wieder, Termine mussten abgebrochen werden, mehrere Hufprofis kamen nicht mit ihr zurecht. Der letzte schlug vor, Maya zukünftig nur noch sediert zu bearbeiten. Das wollte Lisa nicht akzeptieren und deshalb suchte sie nach einer anderen Lösung.

In einem ausführlichen Anamnesegespräch haben wir gemeinsam herausgearbeitet, was hinter dem Stress bei Maya stecken könnte und welche Herangehensweise für die beiden passt. Lisa selbst hatte schon vor den Terminen schlaflose Nächte, den Impuls, Termine lieber zu verschieben, und eine zunehmende Vermeidungshaltung gegenüber der ganzen Situation. Für beide, Mensch und Pferd, war die Trust Technique der nächste sinnvolle Schritt.

Was ist die Trust Technique?

Viele stellen sich unter der Trust Technique vor, dass das Pferd sich irgendwann tief entspannt hinlegt und in einen Dämmerzustand fällt. Das kann passieren, ist aber nicht das Ziel, schon gar nicht in der ersten Session. Es geht darum, wirklich im Hier und Jetzt zu sein, die Denkintensität herunterzufahren und gemeinsam zur Ruhe zu kommen. Signale wie Schmatzen, Kauen, Gähnen oder ein Entspannen der Augen zeigen, dass das Pferd beginnt, loszulassen. Das lässt sich üben, und je öfter es geübt wird, desto mehr wird daraus eine Haltung statt einer Technik.

Die Trust Technique ist keine schnelle Lösung. Sie ist ein Entwicklungsprozess, der Zeit braucht und regelmäßige Übung verlangt. Zehn Minuten vor oder nach der Arbeit mit dem Pferd reichen schon, um das Gelernte zu festigen und in den Alltag zu integrieren.

Schritt für Schritt: wie der Prozess bei Lisa und Maya aussah

In der ersten gemeinsamen Session kam bei Maya noch einiges an Stress hoch. Sie wollte in Bewegung gehen, aus der Situation heraus. Das gehört dazu. Es braucht Geduld und immer wieder das geduldige Einladen in die Achtsamkeitspraxis. Beide haben diese erste Einheit gut gemeistert und anschließend die Hausaufgabe bekommen, täglich weiter zu üben.

Nach 14 Tagen war der Unterschied spürbar. Maya konnte sich deutlich besser einlassen, die Denkintensität herunterschrauben und wirklich zur Ruhe kommen. Lisa war in der Anwendung sicherer geworden. Deshalb sind wir im zweiten Termin einen Schritt weiter gegangen, ohne allerdings schon in die Hufbearbeitung einzusteigen. Wir haben die Session an dem Ort stattfinden lassen, an dem die Hufbearbeitungstermine normalerweise stattfinden, einem Beschlagsplatz, den Maya eindeutig mit Stress verbindet. Schon das Betreten des Platzes hat bei ihr Unruhe ausgelöst, auch Lisa war spürbar angespannter. Genau dort haben wir dann geübt, Stress loszulassen und zur Ruhe zu kommen. Zum Ende der Einheit konnte Maya auch an diesem Ort entspannen. Und durch die regelmäßigen Übungen der Trust Technique genau an diesem Platz veränderte sich für Maya, womit sie diesen Ort verbindet. Er war nicht mehr ausschließlich mit Hufbearbeitung belegt, sondern auch mit etwas Ruhigem.

Beim dritten Termin habe ich meine komplette Hufbearbeitungsausrüstung mitgebracht, Schürze, Werkzeug, den ganzen Auftritt. Auch darauf reagierte Maya zunächst mit Unruhe. Wir haben das nicht über Desensibilisierung gelöst, sondern weiter mit der Trust Technique gearbeitet, bis Maya sich in meiner Nähe entspannen konnte. Am Ende dieser Session durfte ich ihr die Vorderhufe hochnehmen, ohne dass sie in starken Stress geriet. Das war ein bedeutender Schritt, denn bei früheren Terminen hatte Maya selbst bei den Vorderhufen stark reagiert, sich umgedreht, nach Personen geschnappt, die Beine weggezogen.

Eine Woche später, beim vierten Termin, haben wir uns vorgewagt an die Hinterhufe. Mit vielen Pausen, in denen Maya immer wieder eingeladen wurde, ihre Denkintensität herunterzufahren und Stress loszulassen, hat sie tatsächlich alle vier Hufe gegeben, ohne eine Überreaktion. Die Anspannung war noch spürbar, aber sie hat sich nicht mehr so hochgepusht wie Lisa es von ihr kannte.

Heute ist die Hufbearbeitung für beide Alltag

Nach insgesamt fünf Trust Technique Sessions, bevor überhaupt das erste Mal Werkzeug eingesetzt wurde, konnten wir die Hufbearbeitung wieder aufnehmen. Zu Beginn in kurzen Intervallen, alle zwei Wochen, immer abwechselnd Vorder- und Hinterhufe, um das Stresslevel niedrig zu halten und die Situation zu festigen. Heute kommt Maya im normalen Vier- bis Sechs-Wochen-Intervall dran und lässt sich einwandfrei bearbeiten. Bei veränderten äußeren Umständen kann sie noch etwas angespannter sein, aber eskaliert ist seitdem nichts mehr.

Was Lisa nebenbei gewonnen hat, ist eine Methode, die sie in ganz unterschiedlichen Situationen einsetzen kann. Die Trust Technique ist nicht auf ein einzelnes Problem beschränkt. Wer sie einmal wirklich verinnerlicht hat, kann damit in vielen Momenten des Alltags arbeiten, an Pausentagen, bei Stress, um einfach gemeinsam zur Ruhe zu kommen und die Verbindung zum Pferd zu stärken.

Du kennst das Gefühl: Der Hufbearbeitungstermin steht an und schon Tage vorher ist da diese Anspannung. Du weißt nicht, wie es diesmal läuft. Dein Pferd spürt es, du spürst es, und irgendwie schaukelt sich das immer wieder hoch. Lisa war an genau diesem Punkt, als wir angefangen haben. Heute lässt Maya sich einwandfrei bearbeiten.

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