Das Hufrehepolster: warum ein unterschätztes Hilfsmittel in der Hufrehe-Therapie so viel bewirken kann

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Wenn ein Pferd einen Hufreheschub hat, denken die meisten zuerst an Fütterung, Bewegung und Medikamente. Das Hufrehepolster wird dabei oft gar nicht in Betracht gezogen, weil es schlicht nicht bekannt ist. Dabei kann es in der Therapie einen Unterschied machen, der auf Röntgenbildern sichtbar wird. Ronja berichtet hier davon, wie das Rehepolster ihr Pony Pepsi gerettet hat.

Was ist ein Hufrehepolster?

Ein Hufrehepolster ist ein speziell angepasstes Hilfsmittel, das dem Pferd im Huf Stabilität und Entlastung gibt. Es unterstützt den Hufbeinträger, der bei einer Hufrehe durch den Entzündungsprozess geschwächt wird und in schweren Fällen nicht mehr in der Lage ist, das Hufbein stabil in Position zu halten. Genau dort setzt das Polster an: Es gibt dem System von außen Halt, damit der Heilungsprozess überhaupt stattfinden kann.

Es gibt zwei Varianten: ein getretenes Polster, das weniger Druck auf den Huf ausübt, und ein Polster mit Druck, das gezielt an bestimmten Stellen unterstützt. Bei der Einführung starte ich in der Regel mit dem getretenen Polster, um erst einmal zu testen, ob das Pferd es gut verträgt. Gerade bei älteren Pferden mit unbekannter Vorgeschichte kann ein vorhandener Hufrollenbefund dazu führen, dass ein Polster mit Druck zunächst schmerzhaft ist. Erst wenn das Pferd zeigt, dass es das Polster gut annimmt, wechsle ich auf die druckgebende Variante.

Wann ist ein Hufrehepolster sinnvoll?

Das Polster kommt dann ins Spiel, wenn die Röntgenbilder zeigen, dass der Hufbeinträger geschwächt ist und der Huf sich nicht mehr selbst stabilisieren kann. Hufbeinrotation und Hufbeinabsenkung sind typische Befunde, bei denen ein Polster die Therapie sinnvoll ergänzen kann. Es ersetzt keine tierärztliche Behandlung und keine sorgfältige Hufbearbeitung, aber es schafft eine Grundlage, auf der beides besser wirken kann.

Wichtig ist dabei, das Polster nach den Röntgenbildern anzupassen. Es geht nicht darum, einfach etwas unter den Huf zu legen, sondern darum, gezielt dort zu unterstützen, wo der Huf Stabilität braucht. Das erfordert Wissen über den Befund und eine enge Abstimmung zwischen Hufpfleger:in, Tierärzt:in und Pferdebesitzer:in.

Warum das Polster so oft nicht eingesetzt wird

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Pferdebesitzer:innen zum ersten Mal von diesem Hilfsmittel hören, wenn ich es ihnen vorschlage. Das Hufrehepolster ist in der Ausbildung von Hufprofis kein Standardthema und damit in der Praxis schlicht zu wenig verbreitet. Dabei ist die Anwendung, wenn man weiß worauf man achtet, vergleichsweise unkompliziert, und die Wirkung kann erheblich sein.

Ich habe mich selbst in diesem Bereich intensiv weitergebildet und begleite Hufrehefälle seitdem mit einem anderen Blick. Der Unterschied zwischen Röntgenbildern vor und nach einer Polstertherapie kann, wenn alles gut läuft, bemerkenswert sein: Die Rotation geht zurück, der Huf richtet sich neu aus, der Hufbeinträger erholt sich. Das eine große Chance, Pferden zu helfen, die sonst kaum noch Optionen haben.

Was ein Hufrehepolster nicht leisten kann

Es ist wichtig, realistisch zu bleiben. Das Polster ist kein Allheilmittel und kein Ersatz für eine konsequente Therapie. Fütterungsmanagement, regelmäßige Bearbeitung in kurzen Intervallen und tierärztliche Begleitung bleiben unverzichtbar. Das Polster ist ein Baustein, ein wichtiger, aber eben nur einer von mehreren.

Außerdem braucht der Einsatz Geduld. Die Verbesserungen zeigen sich oft schneller als mit anderen Maßnahmen, aber eine chronische Hufrehe mit geschwächtem Hufbeinträger braucht trotzdem Zeit. Bei Pepsi zum Beispiel dauerte es mehr als ein Jahr auf dem Polster, bevor sie stabil genug war, um es wieder abzugeben.

Was du tun kannst, wenn dein Pferd von Hufrehe betroffen ist

Wenn dein Pferd akut in einem Hufreheschub steckt, lohnt es sich, das Thema Polster anzusprechen. Nicht jeder Hufprofi und nicht jeder Schmied kennt diese Möglichkeit, deshalb kann es sinnvoll sein, gezielt danach zu fragen oder jemanden hinzuzuziehen, der sich damit auskennt. Ich verlinke dir hier den  „Hufrehe Notfallplan“ des IFP mit Informationen dazu, wie ein getretenes Polster im Akutfall selbst angewendet werden kann.

Wenn du mehr über Hufgesundheit verstehen möchtest, um im Ernstfall besser einschätzen zu können, was mit den Hufen deines Pferdes passiert, ist mein kostenloser Wissens-Guide Hufgesundheit ein guter erster Schritt. Er erklärt die fünf häufigsten Hufprobleme und ihre Ursachen. 

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