Achtsamkeit bei der Hufbearbeitung: warum bewusstes Wahrnehmen den Unterschied macht

Inhaltsverzeichnis

Achtsamkeit wird im Pferdekontext oft missverstanden. Entweder gilt sie als reine Entspannungsmethode oder als Haltung, bei der man dem Pferd alles durchgehen lässt und sich nicht durchsetzt. Beides trifft aus meiner Sicht nicht zu. Achtsamkeit bedeutet, wirklich im Hier und Jetzt zu sein, wahrzunehmen, was in mir vorgeht, was in meinem Gegenüber passiert und was meine Umwelt gerade zeigt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Für mich ist Achtsamkeit in Bezug auf die Hufbearbeitung ein unterschätztes Thema mit großem Potenzial. Aber nicht als Ersatz für Training oder Grundkommunikation, sondern als Ergänzung, die die Hufbearbeitung sicherer und entspannter macht, für Pferdebesitzer:innen, für Pferde und für Hufprofis.

Wann Achtsamkeit bei der Hufbearbeitung wirkt und wann nicht

Achtsamkeit entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn eine gewisse Grundkommunikation zwischen Mensch und Pferd bereits besteht. Das Pferd sollte grundsätzlich gut sozialisiert sein und wissen, dass Treten, Beißen oder Drängeln gegenüber dem Menschen keine Option ist. Habe ich es mit einem Pferd zu tun, das noch gar nicht in Interaktion geht und sein eigenes Ding macht, wird Achtsamkeit alleine nicht helfen. In dem Fall ist es sinnvoll, zuerst an der Kommunikation und den Lerngrundlagen zu arbeiten und das Thema Achtsamkeit zu einem späteren Zeitpunkt einzubringen. Es ist kein K.O.-Kriterium, aber es braucht eine klare Priorisierung.

Stress bei der Hufbearbeitung: wo er entsteht und wie du ihn erkennst

Wenn die Hufbearbeitung mit Stress verbunden ist, lohnt es sich, zunächst bei sich selbst zu beobachten. Geht man bereits angespannt in den Termin, weil man sich vorstellt, was alles schiefgehen könnte? Oder gibt es einen konkreten Auslöser während der Bearbeitung, der den Stress auslöst? Wie äußert sich dieser Stress körperlich, und überträgt er sich auf das Pferd?

Viele Pferdebesitzer:innen merken beim genauen Hinschauen, dass sie sich körperlich anspannen und das Pferd diese Anspannung aufnimmt und spiegelt. Es kann aber auch umgekehrt sein: Das Pferd wird unruhiger, weil es Schmerzen hat oder nicht absetzen darf und diese Spannung überträgt sich auf den Menschen. Beides sind Muster, die sich erst zeigen, wenn man anfängt, bewusst wahrzunehmen. Dieses Beobachten ist bereits ein erster Schritt in das Thema Achtsamkeit. Mit zunehmender Übung wird es leichter, nicht nur die eigene innere Lage im Blick zu behalten, sondern gleichzeitig auch die Umwelt und das Pferd zu beobachten. Zu Beginn ist es allerdings sinnvoll, mit einem einzigen Aspekt anzufangen und sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen.

Warum Hufprofis mit Achtsamkeit sicherer und unfallfreier arbeiten

Für Hufprofis ist die Aufgabe komplex, weil gleichzeitig gearbeitet wird. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist Achtsamkeit hier besonders wichtig. Kleine Spannungszustände im Pferd können darauf hinweisen, dass es gleich aussteigen wird. Wer das wahrnimmt und darauf eingeht, arbeitet deutlich kooperativer mit dem Pferd zusammen.

Meine Erfahrung ist, dass Pferde mit der Zeit bereitwilliger entgegenkommen und es seltener zu schwierigen Situationen kommt, wenn sie merken, dass auf sie gehört wird. Ich bin überzeugt, dass viele Konflikte zwischen Hufprofi und Pferd ego-getriebene Situationen sind, in denen etwas ins Pferdeverhalten hineininterpretiert wird, was gar nicht da ist. Achtsamkeit als Grundhaltung kann schon im Vorfeld vieles verhindern, auch Unfälle. Unfälle passieren in meiner Beobachtung besonders dann, wenn man unaufmerksam ist, mit den Gedanken beim vorherigen Termin ist oder bereits stressbehaftet in die Situation geht.

Du erkennst dich darin? Der kostenlose 3-Schritte-Plan zur stressfreien Hufbearbeitung zeigt dir, wie du in kleinen Schritten mehr Gelassenheit und Kooperation in diese Situation bringst.

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