Wenn die Hufbearbeitung zum Kampf wird

Inhaltsverzeichnis

Immer öfter bekomme ich Anfragen für Pferde in der Hufbearbeitung oder im Training, die die Hufe nur noch unter Sedierung bearbeitet bekommen. Eine Prozedur, die nicht nur die Pferde enorm stresst, sondern auch die Besitzer:innen. Das Vertrauen leidet maßgeblich und nicht nur in Bezug auf die Hufbearbeitung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mit Ruhe und Achtsamkeit zum Erfolg


Ruhe und ein achtsamer Umgang sind Voraussetzung für eine stressfreie Hufbearbeitung. Eine Tatsache, die für Schmied:innen, Hufbearbeiter:innen und Besitzer:innen gleichermaßen gilt. Deine innere Haltung zum Pferd ist ein wichtiger Aspekt, dem du im Stallalltag mehr Aufmerksamkeit schenken solltest – gerade bei sensiblen Pferden. Gehst du mit einer negativen Einstellung oder gar Groll ans Pferd, reagieren sehr sensible Pferde mit Misstrauen und zeigen wenig Kooperation. Kannst du deine innere Haltung jedoch in eine positive und unvoreingenommene Haltung umwandeln, reagiert dein Pferd unvoreingenommen und kooperativ.


Dir fällt es schwer, deine innere Haltung bewusst zu steuern? Dann könnten dir Achtsamkeitsübungen oder ein Achtsamkeitstraining helfen.

Die Ursache identifizieren


Nicht immer sind Stress oder schlechte Erfahrungen Auslöser für Probleme bei der Hufbearbeitung. Neben psychischen Ursachen kann das Problem auch auf der physischen Ebene liegen. Verspannungen, Muskelkater oder Erkrankungen des Bewegungsapparates können Gründe dafür sein, dass sich das Pferd der Bearbeitung zu entziehen versucht.

Kann das Verhalten des Pferdes also nicht eindeutig auf einen psychischen Auslöser zurückzuführen sein, solltest du eventuelle körperliche Ursachen untersuchen. Bitte einen Osteopathen oder Tierarzt um Rat, um deinem Pferd zu helfen.

Hufbearbeitung als Trauma

Bei manchen Pferden ist der psychische Stress so groß, dass die Situation das Tier nachhaltig belastet und nicht ohne Weiteres verarbeitet werden kann. In diesem Fall handelt es sich um ein Trauma. Kommt das Pferd wieder in die gleiche Situation, reagiert es vermutlich mit Stress und versucht sich zu entziehen. Hier braucht es besonders viel Geduld und ein regelmäßiges Training, damit das Pferd wieder lernt, Vertrauen zu fassen.

Oft wird bei Pferden mit Trauma die Bearbeitung unter Sedierung gewählt. Aus meiner Sicht nicht der optimale Ansatz, da hier nur das Symptom, nicht aber die Ursache behandelt wird. Hinzu kommt, dass die Sedierung durch den Tierarzt ein zusätzlicher Stressfaktor für Pferd und Besitzer werden kann und damit das nächste Problem vorprogrammiert ist.

Solltest du dich in der Situation wiederfinden und den Entschluss fassen, das Thema mit Achtsamkeit und Training anzugehen, wird dies ein wenig Zeit brauchen; langfristig wird dir dein Pferd aber ganz sicher danken.

Aufgeben ist keine Option

Auch, wenn du eine:n ruhige:n Schmied:in oder Hufbearbeiter:in hast und viel trainierst, wird es immer mal wieder einen Termin geben, an dem es nicht so funktioniert, wie du es dir wünschst. Pferde haben ebenfalls mal bessere und mal schlechtere Tage. Wichtig ist, an den schlechteren Tagen die Ruhe zu bewahren, tief durchzuatmen und das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Mit Druck zu reagieren, ist keine Option. Bekanntlich erzeugt Druck Gegendruck und triggert das Pferd im schlimmsten Fall so sehr, dass es in alte Muster verfällt.

Es ist ein langer Weg, alte Muster zu lösen. Aber sicher einer, der sich lohnt!

Möchtest du das Thema mit Begleitung angehen? Dann ist mein Online Kurs ‚Stressfreie Hufbearbeitung‘ genau das Richtige für dich. Im Kurs gehen wir auf Ursachenforschung, arbeiten an deinem Mindset und am Thema Achtsamkeit. Gemeinsam schauen wir uns an, wie du das Training mit deinem Pferd richtig aufbaust.

Hört sich gut an? Trag dich jetzt kostenlos und unverbindlich in die Warteliste ein, um den nächsten Kursstart nicht zu verpassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Der hintere Hufbereich: unterschätzt und entscheidend

Beim Blick auf den Huf richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Pferdebesitzer:innen zunächst auf die Zehe. Länge, Winkel oder Ausbrüche im vorderen Hufbereich fallen schnell auf. Der hintere Hufbereich bleibt dagegen häufig im Hintergrund.
Dabei entscheidet genau dieser Bereich darüber, wie der Huf Belastung aufnimmt, Kräfte verteilt und Bewegung unterstützt. Strahl, Ballen und Trachten bilden zusammen ein funktionelles System, das für Stabilität, Stoßdämpfung und Durchblutung verantwortlich ist.

Weiterlesen »

Warum der Weg mit dem Pferd mehr zählt als das Ergebnis

Swantje Rutkowski hat in unserem Gespräch etwas gesagt, der mich noch lange beschäftigt hat: Sie hatte die siebenjährige Tochter einer Trainingskollegin bei sich, die vier Tage lang intensiv mit ihren Pferden gearbeitet hat. Dieses Mädchen war hochkonzentriert, hat nie das Pferd für Fehler verantwortlich gemacht, hat gelacht, war im Moment. Und Swantje dachte: Das ist genau das, was wir Erwachsene meistens verloren haben.

Weiterlesen »

Was funktionale Hufbalance wirklich bedeutet

Der Begriff Hufbalance taucht in Gesprächen über Hufgesundheit regelmäßig auf. Häufig wird er mit Symmetrie oder mit bestimmten Winkeln am Huf gleichgesetzt. Ein Huf soll „gerade stehen“, die Wände sollen gleich lang sein und die Form soll möglichst gleichmäßig wirken.
Diese Vorstellung greift zu kurz. Hufbalance beschreibt keine starre Form, sondern eine funktionelle Situation. Entscheidend ist nicht, ob ein Huf optisch perfekt aussieht, sondern ob er Kräfte sinnvoll aufnehmen und verteilen kann.

Weiterlesen »

Jungpferde einreiten: was du wissen solltest, bevor du aufsteigst

Wenn Pferdebesitzer:innen mit einem Jungpferd zu mir kommen, geht es meistens zuerst um die Hufe. Aber was ich in diesen Gesprächen immer wieder erlebe: Die Huf- und die Ausbildungssituation hängen enger zusammen, als viele denken. Ein Pferd, das in der Bodenarbeit noch nicht wirklich beim Menschen ist, das wegdenkt statt hindenkt, wird auch bei der Hufbearbeitung Schwierigkeiten machen. Und umgekehrt: Ein Pferd, das früh gelernt hat, mit Menschen zu kooperieren, gibt die Hufe leichter, steht ruhiger, lässt sich besser bearbeiten. Deshalb freue ich mich, wenn ich über das Thema Einreiten mit jemandem wie Swantje Rutkowski sprechen kann, die Jungpferde mit einer sehr klaren Haltung begleitet.

Weiterlesen »
Beim Blick auf den Huf richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Pferdebesitzer:innen zunächst auf die Zehe. Länge, Winkel oder Ausbrüche im vorderen Hufbereich fallen schnell auf. Der hintere Hufbereich bleibt dagegen häufig im Hintergrund. Dabei entscheidet genau dieser Bereich darüber, wie der Huf Belastung aufnimmt, Kräfte verteilt und Bewegung unterstützt. Strahl, Ballen und Trachten bilden zusammen ein funktionelles System, das für Stabilität, Stoßdämpfung und Durchblutung verantwortlich ist.
Swantje Rutkowski hat in unserem Gespräch etwas gesagt, der mich noch lange beschäftigt hat: Sie hatte die siebenjährige Tochter einer Trainingskollegin bei sich, die vier Tage lang intensiv mit ihren Pferden gearbeitet hat. Dieses Mädchen war hochkonzentriert, hat nie das Pferd für Fehler verantwortlich gemacht, hat gelacht, war im Moment. Und Swantje dachte: Das ist genau das, was wir Erwachsene meistens verloren haben.
Der Begriff Hufbalance taucht in Gesprächen über Hufgesundheit regelmäßig auf. Häufig wird er mit Symmetrie oder mit bestimmten Winkeln am Huf gleichgesetzt. Ein Huf soll „gerade stehen“, die Wände sollen gleich lang sein und die Form soll möglichst gleichmäßig wirken. Diese Vorstellung greift zu kurz. Hufbalance beschreibt keine starre Form, sondern eine funktionelle Situation. Entscheidend ist nicht, ob ein Huf optisch perfekt aussieht, sondern ob er Kräfte sinnvoll aufnehmen und verteilen kann.
Viele Pferde reagieren bei der Hufbearbeitung mit Unruhe, Abwehr oder Unsicherheit. In solchen Situationen wird häufig versucht, das Verhalten zu kontrollieren oder durchzusetzen. Dabei wird leicht vergessen, dass Lernen und Verhalten aktiv gestaltet und positiv verknüpft werden können.
Viele Pferde stehen bei der Hufbearbeitung nicht ruhig. Sie ziehen das Bein weg, verlagern ihr Gewicht oder wirken insgesamt unruhig. Für viele Pferdebesitzer:innen ist das frustrierend, weil sich die Situation trotz wiederholter Termine kaum verändert.
Wenn Pferdebesitzer:innen mit einem Jungpferd zu mir kommen, geht es meistens zuerst um die Hufe. Aber was ich in diesen Gesprächen immer wieder erlebe: Die Huf- und die Ausbildungssituation hängen enger zusammen, als viele denken. Ein Pferd, das in der Bodenarbeit noch nicht wirklich beim Menschen ist, das wegdenkt statt hindenkt, wird auch bei der Hufbearbeitung Schwierigkeiten machen. Und umgekehrt: Ein Pferd, das früh gelernt hat, mit Menschen zu kooperieren, gibt die Hufe leichter, steht ruhiger, lässt sich besser bearbeiten. Deshalb freue ich mich, wenn ich über das Thema Einreiten mit jemandem wie Swantje Rutkowski sprechen kann, die Jungpferde mit einer sehr klaren Haltung begleitet.